Kötichen – ein Held auf vier Pfoten

Kötichen – ein Held auf vier Pfoten

von Anja Zachrau

Ein zotteliges, zauseliges Fellknäuel wuselte durch das Gehege im Tierheim, und schaute Anni bettelnd an, ganz so als wolle er sagen: „Nimm mich mit, bitte nimm mich doch mit.“

Anni’s Blick fiel auf das kleine knuffige, weiße Hündchen mit seinen traurigen Augen und dem flehenden Blick und es zerriss ihr fast das Herz. Sie sprach mit einer Mitarbeiterin und nahm den Hund mit. Anni nannte ihn „mein kleines Kötichen“. Und von nun an waren die beiden unzertrennlich.

Bei einem Spaziergang hatte Anni ihr wertvolles Erbstück, einen güldenen Smaragdring, verloren, und sie war ganz traurig. Sie suchte verzweifelt nach dem wertvollen Schmuckstück, und ihr Hündchen, ihr neuer, treuer Wegbegleiter, half ihr erfolgreich beim Suchen. „Kötichen“ schnüffelte und buddelte überall herum, solange bis er endlich den Ring seines Frauchens, gefunden hatte. Er schlug wild schwanzwedelnd Alarm und sein Frauchen war überglücklich und ihrem Hündchen unendlich dankbar, und nahm ihn in den Arm und herzte ihn, und versprach ihm eine große Belohnung. Und so wurde „Kötichen“ zum tierischen Helden, zum Helden auf vier Pfoten. Und so ganz nebenbei rettete „Kötichen“ auch noch ein paar Entenküken, die ihre Entenmama verloren hatten, und brachte die Küken sicher über die Straße und zu ihrer Mama, und so vereinte er die Entenküken und ihre Entenmama wieder glücklich miteinander. Anni war total stolz auf ihr liebevolles und schlaues Hündchen und sagte: „Mein liebes Kötichen – dich gebe ich nie wieder her.“

Eines Tages suchte Anni ihren Lottoschein. Sie hatte nachts geträumt, dass sie im Lotto gewinnen würde, und von 6 richtigen Zahlen, die ihr im Traum erschienen waren. Normalerweise spielte Anni nur sehr selten Lotto, weil sie eigentlich ziemlich arm war, und dafür kein Geld hatte. Doch dieses Mal war der Jackpot besonders groß, und somit auch die Verlockung nach ihrem Traum besonders groß, und so konnte sie der Versuchung nicht widerstehen. Aus diesem Grunde aber konnte sie sich nun nicht mehr daran erinnern, wo sie den Lottoschein hingelegt hatte, denn als sie die Quittung weglegen wollte, wurde sie von ihrem Hündchen abgelenkt, und es hatte auch noch jemand „Sturm“ an der Tür geklingelt. Doch nun erwies sich ihr „Kötichen“ nicht nur als Held auf vier Pfoten, sondern er erwies sich nun auch noch als tierischer Glücksbringer. Denn wie durch ein Wunder fand ihr Hund den Schein unterm Sofa, und tatsächlich hatte Anni 6 Richtige, und von nun an konnten Anni und ihr heißgeliebtes „Kötichen“ im Wohlstand leben, und hatten dank Lotto endlich auf einmal Glück im Leben.

Und abends träumte das lustige Fellknäuel „Kötichen“ in seinem Hundekörbchen von seinem neuen Zuhause, von seinem neuen lieben Frauchen und von leckeren Hundekuchen, Hundeknochen und Würstchen. Und so wurde Anni für „Kötichen“ auch zu einer Heldin, zu seiner Heldin auf zwei Beinen, die ihn aus dem Tierheim gerettet hat.

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